startseite

TSG Pfeddersheim überzeugt

OBERLIGA Beim 3:1 über Regionalliga-Absteiger Saar 05 Saarbrücken brilliert Mathias Tillschneider

Saar 05 Saarbrücken ist einer der wenigen Vereine, die die TSG Pfeddersheim als Titelfavoriten auf der Liste haben. Nun wäre es vermessen, dem Ex-Regionalligisten Recht zu geben. Zwar punktete die TSG beim 3:1 (1:1) gegen den Oberliga-Rückkehrer überzeugend dreifach. Und sie feierte – trotz des im Vorfeld als schwierig betrachteten Auftaktprogramms – im vierten Saisonspiel den dritten Sieg. Das heißt aber noch nicht, das Saisonziel vom Klassenverbleib revidieren zu müssen.

Vier Tage nach dem glücklichen Erfolg über den FK Pirmasens ging in Saarbrücken die stärkere Elf als Gewinner vom Platz. So sah es auch TSG-Coach Norbert Hess: „Wir haben den Sieg einfach mehr gewollt“, resümierte er. Und Sebastian Kaster, zweifacher Torschütze gegen den Regionalliga-Absteiger, pflichtete bei: „Wir wollten dort etwa holen. Und wir hatten nach der Niederlage in der vorletzten Saison dort etwas gutzumachen.“ Und genau das tat die TSG Pfeddersheim.

Da warf sie nicht einmal das 0:1 aus der Bahn, das Alexander Schmieden nach einem dieser elend langen Einwürfe von Kapitän David Seibert glückte. Die TSG schüttelte sich kurz und verpasste den weiter sieglosen 05ern durch den herausragenden Mathias Tillschneider die Retourkutsche. Nach einem Freistoß an der Mittellinie von Christopher Ludwig gewann Florian Lutz ein Kopfballduell. Der Ball kam „Tilly“ vor die Füße. Der zog aus 16 Metern volley ab (29.).

Die beiden weiteren TSG-Treffer bereitete Tillschneider vor. Beim 2:1 (48.) sprintete der pfeilschnelle Pfeddersheimer in einen Steilpass von Ludwig und erwischte das Leder den Bruchteil einer Sekunde vor zwei 05-Verteidigern. Das Einlochen war nur noch Formsache, die Sebastian Kaster – neben Andreas Buch in der Spitze – erledigte. Beim 3:1 eroberte Tobias Bräuner den Ball, der wiederum über die Station Tillschneider zu Kaster kam. „Beide Male hatte Mathias klasse vorgelegt“, freute sich der Torschütze nach seinem nunmehr dritten Saisontreffer.

Die Doppel-Viererkette, mit der die TSG diesmal agierte, ließ den Saarbrückern kaum Lücken. Gefährlich wurden sie nur bei Standards. Freistoß-Spezialist Athanasios Nuotsos, der die Bälle bei heftigem Regen tückisch aufsetzte, scheiterte bei seinen beiden gefährlichsten Versuchen an Bakary Sanyang (30./50.). Glanztaten, die wahrscheinlich mit spielentscheidend waren.

Erstmals nach langer Verletzung spielte Markus Moh Amar von Beginn an. Er überzeugte beim Comeback genauso wie die gesamte TSG-Mannschaft, die sich wie gewohnt als starkes Kollektiv präsentierte. Gemeinsam kompensierten sie den Ausfall von Spielmacher Yannick Krist. Hätte das nicht geklappt, Hess hätte noch starke Alternativen auf der Bank gehabt. Er brachte aber nur Abdullah Köse für Tillschneider (85.), der sich völlig verausgabt hatte.

Gegen Ende der Begegnung kochten die Emotionen über. Das Handgemenge hatte für keine der beiden Mannschaften weiterreichende Folgen. „Man braucht keine Worte drüber zu verlieren“, meinte Kaster. Alles, was es zu sagen gab, stand auf der Anzeigetafel.

TSG Pfeddersheim überzeugt (Wormser Zeitung, 22.08.2016)