startseite

Klotz legt vor und trifft doppelt

TSG Pfeddersheim holt sich gegen den FK Pirmasens II den zweiten Sieg der Saison

Zum Schluss ähnelte die Oberliga-Partie weniger einem Fußball- als einem Eishockeyspiel. Mit Powerplay drängte der FK Pirmasens II dem Ausgleich entgegen. Umgekehrt inszenierte die TSG Pfeddersheim sporadische Gegenangriffe, mit denen sie das 4:2 hätte machen müssen.

Am Ende überstanden die Fußballer von der TSG auch diese Drangphase der starken Westpfälzer. Mit dem 3:2 holte die Elf von Norbert Hess im dritten Meisterschaftsspiel den zweiten Sieg. Mann des Tages war Tobias Klotz, der das 1:0 von Florian Lutz (3.) mit einem Freistoß vorbereitete und zwei Elfmeter eiskalt (23./56.) verwandelte. Weil sich die Gastgeber aber zweimal den Ausgleich einhandelten, einmal traf Dennis Krob (5.), einmal Luca Eichhorn (38.), behielt die temperamentvolle Begegnung bis in die 95. Minute ihren Nervenkitzel. Solange hatte Schiedsrichter Benedikt Seyler nachspielen lassen.

FK Pirmasens zweimal im Pech

Das Spiel schwappte lange hin und her. Nach einer starken ersten halben Stunde der Pfeddersheimer gewannen die bis dahin ungeschlagenen Gäste die Oberhand. Sie hatten ausgesprochen Pech, als der Heber von Selim Avci (32.) auf der Latte landete und vier Minuten später der Kopfball von Yanick Osee vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang. Es waren zwei von mehreren Szenen, derentwegen TSG-Coach Norbert Hess hinterher von „einem glücklichen Sieg gegen eine sehr gute, spielstarke Mannschaft“ sprach.

Andererseits gab es auch für die Pfeddersheimer reichlich Möglichkeiten, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Aber je länger gespielt wurde, desto stärker wurde FK-Keeper Oliver Steitz. Und als ihn der eingewechselte und gute Akzente setzende Markus Moh Amar überwunden hatte, rettete ein Pirmasenser Spieler auf der Linie. Nicht minder spektakulär verteidigte Bakary Sanyang mehrfach das TSG-Tor.

Hess: „Vielleicht zu viel Olympia-Fußball gesehen“

Die Pfeddersheimer boten eine hoch engagierte Leistung. Über weite Strecken ging es pausenlos von Nord nach Süd und von Süd nach Nord. Hess merkte das kritisch an: „Das entspricht ja gar nicht meiner Philosophie. Vielleicht haben unsere Spieler ein wenig viel Fußball bei Olympia gesehen“. Für die Zuschauer indes hatte dieses Auf und Ab viel Unterhaltungswert.

Die Stärke der TSG war an diesem Abend das Geschick, gefährliche Standardsituationen herauszuarbeiten. Dem Freistoß vorm 1:0 ging der energische Einsatz von Christopher Ludwig und Yannick Krist voraus. Ebenso wurden der Foul-Elfmeter und der Hand-Elfmeter erzwungen. Beide Strafstöße verwandelte Kapitän Tobias Klotz – einmal links unten, einmal rechts unten. Beide Male ahnte Seitz die Ecke, ohne dass er an den Ball gekommen wäre.

Den Spielführer freute, dass die harte Arbeit vom Sieg gekrönt war. Er legte aber auch den Finger in die Wunde: „Wir haben dreimal geführt, trotzdem war das Spiel bis zum Schluss offen. Wir haben hinten nicht so stark gestanden wie sonst“.

Klotz legt vor und trifft doppelt (Wormser Zeitung, 17.08.2016)