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Pfeddersheim lässt Chancen gegen Koblenz liegen

Der neue Meister der Fußball-Oberliga ist gefunden. Als 1:0 (0:0)-Sieger baute die TuS Koblenz am Dienstagabend im Uwe-Becker-Stadion ihr Meisterstück. Die Schängel sind aufgrund ihrer prima Tordifferenz nur noch theoretisch durch Verfolger SC Hauenstein abzufangen. Und die TSG Pfeddersheim? Die Mannen von Trainer Norbert Hess durften erhobenen Hauptes vom Feld gehen, hätten sie dem Spitzenreiter doch beinahe die Suppe noch versalzen. 

„Die bessere Mannschaft hat heute verloren“, unterstrich Hess nachher seine Überzeugung. Begründet war diese speziell in der durch die TSG dominierten Anfangsphase, in der die Pfeddersheimer eindrucksvoll mit Gas und Bremse spielten. Im Zweifel das Tempo rausnehmen, erst gar keine Hektik aufkommen lassen, das Pedal dann aber doch durchtreten. Auf diese Weise erspielte sich die Platzelf prima Chancen. Und bei der besten hätte Kevin Gotel die Führung zwingend erzielem müssen: Nach einem Steilpass von TSG-Kapitän Tobias Klotz brachte Sebastian Kaster die Kugel da vors Tor, wo Gotel frei vorm leeren Tor über den Ball trat (10.).

Noch drei TSG-Chancen: Auf Vorarbeit von Sebastian Schulz kam Yannick Krist frei zum Abschluss, Gästekeeper Sebastian Patzler fingerte die Kugel über die Latte (14.). Bei der folgenden Schulz-Ecke rutschte Steffen Litzel frei der Ball über den Scheitel. Und in Minute 34 brachten Gotel und Kaster ihren Kapitän in Position. Bei dem 18-Meter-Schuss von Klotz musste sich Patzler ganz lang machen, um die Kugel noch um den Pfosten zu drehen (34.).

Allerdings: Zu diesem Zeitpunkt waren auch die Gäste im Spiel. Ein Distanzschuss von Lutz Radojewski hatte nach 24 Minuten die erste Torannäherung bedeutet, einen Kopfball von Michael Stahl meisterte TSG-Keeper Thorsten Müller souverän (29.). Und gegen den im Rücken der Abwehr entwischten Eldin Hadzic bewies er einmal mehr seine Klasse (38.), die sie bei der TSG nächste Saison wegen des Laufbahnendes des Torwarts vermissen werden.

„Wir haben es versäumt, eins, zwei Dinger zu machen“, gab es für Hess nachher nur einen Kritikpunkt bei seiner Elf. Seine Überzeugung: „Wenn wir in Führung gehen, gewinnen wir.“ Es lief aber eben anders: Ein verlorener Zweikampf von Kaster auf der linken Abwehrseite brachte Tony Schmidt in Position, dessen Schuss Müller nicht festhalten konnte. Und den Abpraller setzte Angelo Hauck unter die Latte (53.).

„Auch der Ball wäre zu verteidigen gewesen“, haderte Litzel, der die zwingenderen Chancen ebenso auf der eigenen Seite sah. Er selbst stürmte am Ende mit, das Angriffsspiel der TSGler blieb jetzt aber zu fehlerbehaftet. Erst in der Nachspielzeit hätte Simon Bundenthal noch den Spielverderber für den Gast geben können. Bei einer Freistoß-Flanke verfehlte aber auch er das Ziel (90.+4).

Oberliga: Pfeddersheim lässt Chancen gegen Koblenz liegen (Wormser Zeitung, 11.05.2016)