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TSG Pfeddersheim fängt das 3:3 in der Schlussminute

„Schade, schade, schade.“ Mit diesen drei Worten hatte Norbert Hess im Grunde alles gesagt. Seine Mannschaft, die Oberliga-Fußballer von der TSG Pfeddersheim, hätten das Gastspiel bei Borussia Neunkirchen gewinnen können. Oder sogar müssen? Keine unberechtigte Frage, handelten sie sich doch in der 94. Spielminute einen Foulelfmeter ein, der zum 3:3 führte.

Drei Tage vor dem Duell mit dem angehenden Meister, TuS Koblenz gastiert am Dienstag, 19 Uhr, im Uwe-Becker-Stadion, lieferte die TSG Pfeddersheim in Neunkirchen eine starke Leistung ab. In einem „schönen Spiel, in dem alles dabei war, was das Fußballer-Herz höherschlagen lässt“, so Hess, erwischten die Gäste einen Traumstart. Schon nach fünf Minuten führte das Team um Kapitän Tobias Klotz mit 2:0. Beide Male krönte Kevin Gotel die Kombinationen.

Beim 1:0 jubelte die TSG bereits nach 43 Sekunden. Die Zeit ist amtlich verbürgt. Hess vergewisserte sich extra beim Linienrichter. Yannick Krist hatte den Torjäger mit einem Diagonalpass bedient. Gotel nahm den Ball noch ein Stück mit und schloss aus 16 Metern ab. Beim 2:0 war Gotel mit Links erfolgreich. Vorausgegagenen war ein gelungener Doppelpass mit Sebastian Schulz.

Das 3:1 markierte Sebastian Kaster. Er eroberte den Ball im Strafraum der Neunkirchener, die vergeblich auf einen Pfiff des Schiedsrichters warteten. Der kam erst, nachdem der Pfeddersheimer getroffen hatte. Und zwar außergewöhnlich: Den ersten Versuch setzte er an den Pfosten, den Abpraller dann in die Maschen.

Zwischenzeitlich hatte Ruddy Mpassi den Anschlusstreffer für Neunkirchen besorgt. Matthias Tillschneider, der den verletzt fehlenden Steffen Litzel im Abwehrzentrum vertrat, bekam den Ball nicht weg, was die Platzherren straften.

Das laufintensive Spiel in den ersten 45 Minuten, das registrierte Hess schon in der Pause, hatte seine Elf viel Kraft gekostet. Hinzu kam in der zweiten Hälfte, dass sich Borussia energisch gegen die drohende fünfte Heimniederlage dieser Saison stemmte. Trotz des Angriffswirbels blieb den Neunkirchenern der Torerfolg jedoch lange versagt. Verantwortlich dafür war oft Torsten Müller im Kasten der TSG, der vielleicht beste Mann des Spiels. Wenigstens dreimal rettete er bravourös.

Erschwerend für die Pfeddersheimer kam hinzu, dass ihr Kapitän Klotz (66.) mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde. Hess: „Ich hielt die Entscheidung für überzogen“. Das änderte aber nichts daran, dass die Pfeddersheimer in der verbleibenden halben Stunde mit zehn Mann verteidigen mussten. Nach 82 Minuten missglückte es das erste Mal, als Abduhl Kizmaz das 2:3 erzielte. Am Elfer zum 3:3, den Moussa Manuel Dansoko (93.) verwandelte, war Andreas Buch beteiligt. Der Ex-Grünstädter avancierte zum Pechvogel des Tages. Denn er hatte nicht nur aus ausgesprochen aussichtsreicher Position das 4:1 verpasst, sondern ihm unterlief eben auch jenes Foul, das die TSG wahrscheinlich den Sieg kostete. Wegen des späten Ausgleichs sprach Hess von zwei unglücklich verlorenen Punkten: „Ich möchte aber nicht verhehlen, dass Borussia auch viele Chancen hatte. Insofern war es ein eher gerechtes Ergebnis.“

TSG Pfeddersheim fängt das 3:3 in der Schlussminute (Wormser Zeitung, 09.05.2016)