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TSG Pfeddersheim gegen Gonsenheim ohne Torgefahr

Norbert Hess mochte es nicht glauben. Der Trainer der TSG Pfeddersheim zuckte gefrustet mit den Schultern, als er feststellte: „Wir haben jetzt zum zweiten Mal in dieser Saison gegen Gonsenheim verloren, wir haben drei Tore geschossen – alle durch Thorsten Müller.“ Fußball ist gemeinhin ja auch was für Freunde der Statistik. Und kaum eine andere Zahl macht deutlicher, woran es der TSG im Oberliga-Rückspiel gegen den SV Gonsenheim fehlte: An Torgefahr eben. Gegen einen personell auf dem Zahnfleisch daher kommenden Gast dominierten die Gäste zwar nach Belieben. Wirklich gefährlich wurde es für den Gonsenheimer Kasten aber viel zu selten. Und dass in diesem einzig ein Elfmeter des TSG-Keepers einschlug, schon beim 2:4 im Hinspiel hatte Müller so doppelt getroffen, sprach letztlich Bände. „Ich finde, der Sieg ist deshalb nicht mal unverdient“, wertete Hess das 1:2 (0:1).

So weit mochte Jörg Jansohn bei seinem Fazit eigentlich nicht gehen. „Der Sieg war natürlich sehr glücklich“, fand der Gonsenheimer Coach, der eine „hoch überlegene Pfeddersheimer Mannschaft“ gesehen hatte. Überrascht hatte ihn dies keineswegs, sei ihm doch schon vorab bewusst gewesen, dass seine dezimierte Elf ins Rheinhessen-Duell nicht viel werde einbringen können. Seinem „letzten Aufgebot“ hatte er deshalb aufgetragen, lange ohne Gegentor zu bleiben und über Konter den Erfolg zu suchen. Gesagt, getan. „Das hat gut funktioniert“, stellte Jansohn verschmitzt fest – und knüpfte nüchtern an: „Wir hatten auch Glück, dass Arif so gut geschossen hat.“

Gemeint war damit die Szene in der 27. Minute. Im Mittelfeld hatte Enis Aztekin da gemeint, es mit drei Gonsenheimern aufnehmen zu müssen, sich festgedribbelt – und den Ball hergeschenkt. Und ein Stück weiter freute sich eben Arif Güclü über seinen Freiraum 25 Meter vor dem Pfeddersheimer Tor. Er zielte genau und traf unhaltbar für Müller flach ins Toreck.

Von Pfeddersheim kam wenig bis gar nichts, woran sich auch nach der Pause erst mal nichts änderte. Die spielerische Dominanz, durch die Gonsenheimer ganz bewusst gestattet, endete am Strafraum. Und hinten ließen die TSGler dem Gast unverhofft viel Freiraum, was Nils Letz trotz numerischer Unterzahl am gegnerischen Strafraum auf Pass von Güclü in Schussposition brachte. Zweiter Versuch, zweites Tor (55.).

Erst jetzt erwachte bei der TSG immerhin der Kampfgeist. Und als der Gonsenheimer Lukas Harden gegen Mathias Tillschneider einen Elfmeter verursachte, da schien es, als könnte der durch Thorsten Müller verwandelte Strafstoß die TSGler noch mal ins Spiel bringen (64.). Selbst als sich Kevin Gotel eine Gelb-Rote Karte abgeholt hatte (75.), steckten die Gastgeber nicht auf. Wirklich zum Abschluss kamen die Pfeddersheimer aber auch danach nicht. „Es war nichts Hundertprozentiges dabei“, räumte auch Norbert Hess ein. Sein Fazit: „Es hat die Mannschaft gewonnen, die mehr Wille, mehr Leidenschaft gezeigt hat; die mehr eine Mannschaft war.“

Oberliga: TSG Pfeddersheim gegen Gonsenheim ohne Torgefahr (Wormser Zeitung, 07.03.2016)