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Neulich ..., bei Sebastian Schulz ...,

haben wir uns angeregt unterhalten. Sebastian wurde an Weiberfastnacht, also an einem Donnerstag, dem 27.02.92, in Worms geboren. Ich erinnere mich genau: Just an diesem Tag feierte Liz Taylor (ohne mich) ihren 60. Geburtstag. Schon früh, d.h. mit vier Jahren, schloss er sich dem SV Horchheim an und blieb dort, bis er 18 Jahre alt war. Sein Wechsel zur Wormatia brachte ihm Einsätze in der ersten und zweiten Mannschaft, aber am 29.08.11 wurde er Pfeddersheimer. Gleich im ersten Jahr in Pfeddersheim, stieg er mit der Ersten Mannschaft in die Oberliga auf.
"Was sagst Du zu den letzten beiden Spielen?"
"In Saarbrücken wurden wir leider zu spät wach; aber im zweiten Durchgang war durchaus ein Remis drin, zumal wir nun viel präsenter waren. Gegen Betzdorf war klar, dass die sich hinten reinstellen und mit einer Spitze auf Gelegenheiten warten. Da hast Du es schwer, wenn der Gegner hinten dicht macht."
Norbert Hess meint zu Sebastian:" Er ist immer sehr fleißig, arbeitet viel an sich. Er kann sich durchaus im Zweikampfverhalten noch steigern - er führt die TSG Torschützenliste mit sieben Toren an - noch Fragen?"
Gemeinsam mit den Kameraden Sven Oswald und Robin Schittenhelm studiert er Sport und Geographie auf Lehramt in Mainz. Der Bachelor ist am Werden, er muss nur noch seine Bachelorarbeit Mitte Januar abgeben - Thema: Die Vereinbarung von Schule und Fußball ...
Drei Praktika hat er hinter sich gebracht. In der Grundschule Herrnsheim, in der IGS Horchheim und im Albert-Einstein-Gymnasium in Frankenthal. "Hat Spaß gemacht. Mir liegt es, sich vor Menschen zu bewegen und Interessantes zu erzählen."
Dass er sich vor Publikum bewegen kann, zeigt er jeden Spieltag aufs Neue. Siebenmal hat er bereits in dieser Saison die Kugel in des Gegners Kasten bewegt. Das waren bewegende Momente für die TSG.
Wenn der Bachelor in trockenen Tüchern ist, wird das Masterstudium in Angriff genommen. "In zwei bis drei Jahren bin ich durch und hoffe natürlich auf eine Anstellung."
Er wohnt in Heppenheim bei seinen Eltern, hat eine jüngere Schwester (19) und ist seit gut einem Jahr liiert. "Ich hasse Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit!" sprudelt es aus ihm raus, "das geht mir auf den Keks!" Hier merke ich, dass er selbst einmal Jugendtrainer war und Disziplin kein Fremdwort für ihn ist. Auch die Handschrift seines Vaters ist erkennbar, der ihn selbst in der Jugend jahrelang trainierte.
"Norbert Hess kenne ich seit meinem 10. Lebensjahr. Auch damals hat er als Stützpunkttrainer mich trainiert."
"Wenn ich auf das neue Jahr schaue, dann hat die TSG ein tolles Auftaktprogramm - am 28.02.15 in Hauenstein und am 07.03.15 gegen die Arminia. Was macht Ihr, wenn Ihr beide Spiele gewinnen solltet?"
Er kam wie aus der Pistole geschossen zu folgender Antwort: "Dann haben wir 46 Punkte, genau 6 Punkte mehr als jetzt!"
Diese Erwiderung zeigt mir, wie er und das Team denken: Es macht Spaß, auf dem 3. Platz zu stehen.
Ohne Druck und große Erwartungen spielen sie zur Zeit ihr Spiel. Und haben Erfolg! Sei's drum. Er lebt für den Fußball. Na gut, Badminton ist seine zweite Leidenschaft, seine dritte ist American Football. Der junge Student, der gerne italienisch und mexikanisch isst (und zwar in Monnem), besucht auch gern von Zeit zu Zeit die Mannheimer Adler in der SAP Arena.
"Der Trainer geht mit mir offen und ehrlich um - und das tue ich mit ihm auch. Er weiß, ich bin ehrgeizig und möchte am liebsten immer spielen! Seitdem Steffen Litzel die Trainings mit begleitet, gibt es auch ein paar Neuerungen im Trainingsalltag."
Verändern kann man ein paar Dinge bei der TSG. "Die Jugendtrainer müssen sich unbedingt weiterbilden und weiterentwickeln. Es gibt im Verein zu viel partikuläres Denken. Es wird kaum das Ganze, der Verein, gesehen. Jeder wurschtelt in seinem Bereich! Denkt daran: auch der Hartplatz schreckt z.T. Kinder und Jugendliche ab."
Ihn stört es auch, dass es unter den Teams keine Begegnungsstätte gibt. Wo man nach dem Training oder Spiel noch zusammensitzt. Mit Zuschauern, Kameraden und anderen TSG Familienmitgliedern. Wo die Spieler im Laufe der Woche informiert werden, dass die Wirtin auch mal was kocht. "Es kommt nie so ganz Gemütlichkeit auf, bei der man durchaus noch einige Zeit zusammen quatschen könnte."
Er hat noch einen Vertrag bis 2016. Der wird erfüllt."Was denn sonst?"
Musik hört er kreuz und quer, wie er sagt.
Doch, er ist ein Typ. Er liebt offene Gespräche und eine ehrliche Kommunikation. Muss er auch. Er will ja Lehrer werden. Und das sind die Voraussetzungen.
Für mich ist Sebastian mit seinen 22 Jahren jetzt schon ein Vorbild im Klassenzimmer und auf dem Feld.
"Alles Gute für die Zukunft. Im Klassenzimmer und auf dem Feld."

Uwe Gettkandt