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Gewaltige Anstrengungen

HEINZ UEBERSCHÄR DFB verlangt „kleinen Vereinen“ wegen Pokalspiel enorm viel ab / 3000 Zuschauer?

Am Sonntag startet die TSG Pfeddersheim in die Oberliga-Saison. Ein wichtiges Spiel, doch bei der TSG fiebern sie alle auch dem Spiel exakt eine Woche später entgegen, wenn die Mannschaft von Trainer Norbert Hess in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den Bundesliga-Absteiger Spvgg. Greuther Fürth trifft und in der EWR-Arena die Sensation schaffen will. Die WZ sprach mit Heinz Ueberschär, dem Vorsitzenden der TSG Pfeddersheim.

Herr Ueberschär, die TSG Pfeddersheim ist bereits im Pokalfieber. Wieviele Karten wurden bisher im Vorverkauf abgesetzt?

Das kann ich nur schätzen. Ich gehe mal von rund 800 aus.

Ist das die Anzahl, mit der Sie gerechnet haben?

Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir darüber gar keine Gedanken gemacht. Wir hoffen auf 2500 bis 3000 Zuschauer gegen Fürth. Und ich gehe davon aus, dass es auch so kommen wird.

Das Spiel findet in der EWR-Arena statt. Wie klappt die Zusammenarbeit mit der Wormatia?

Das läuft alles sehr harmonisch.

Um alles zu organisieren, ist sicher ein großer Aufwand nötig?

Das kann man wohl sagen. Was der DFB kleinen Vereinen aufbürdet, die ein solches Pokalspiel ausrichten, ist schon enorm. Wir haben früher ja schon häufiger im DFB-Pokal gespielt. Deshalb kann ich sagen – es wird immer mehr verlangt.

Dafür bleibt dann wenigstens eine schöne Stange Geld hängen...

Also, eine goldene Nase verdient man sich mit einem solchen Spiel gegen Greuther Fürth nicht. Die Unkosten sind gewaltig. Es müssen Türme errichtet werden für die Kameras, wir benötigen 40 Leute im Security-Bereich, ein Notstromaggregat muss vorhanden sein – und, und, und. Für all die Kosten können wir 15 Prozent von den Bruttoeinnahmen abziehen, was aber nie reichen wird, ehe die Einnahmen dann hälftig mit dem Gast geteilt werden.

Immerhin hat der Einzug in den DFB-Pokal ja schon mal rund 60 000 Euro in die Kassen gespült...

Das stimmt allerdings.

Und sportlich ist es natürlich auch reizvoll. Birgt dies nicht die Gefahr, dass darüber der Saisonstart am Sonntag in Gonsenheim vergessen wird, obwohl es „nur“ Fürth ist?

Ob jetzt Fürth, Schalke, die Bayern oder sonst irgendjemand anderes: Für die Spieler ist ein solches Spiel vor einer nicht alltäglichen Kulisse immer etwas ganz Besonderes. Vielleicht einer der Höhepunkte oder der Höhepunkt in der Karriere. Für uns aber hat die Meisterschaft Priorität. Deshalb sind alle im Verein bemüht, den Spielern jetzt noch das Spiel aus den Köpfen rauszuhalten. Wie weit das gelingt, muss man abwarten.

Beim letzten Pfeddersheimer Auftritt im DFB-Pokal gab es ein 0:7 gegen 1860 München. Was ist gegen Fürth drin?

Natürlich wollen wir eine Überraschung schaffen. Wir sind bekanntlich 1995 gegen Borussia Dortmund auch erst im Elfmeterschießen ausgeschieden – und davor hat der damalige Bundesliga-Spitzenreiter MSV Duisburg die Verlängerung benötigt, um uns rauszuwerfen. Den Spruch, dass der Pokal eigene Gesetze haben soll, kennt ja jeder.

Das Gespräch führte Volker Schütz