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Hier sind sie „heiß wie Frittenfett“

TSG PFEDDERSHEIM Nach Jahren des Niedergangs boomt der Jugendfußball beim Oberligisten wieder

Oberliga-Fußballer Mario Cuc hält mit ein paar Jungs ganz lässig im Aufwärmbereich der Soccerhalle Nold „den Ball hoch“. Tobias Klotz, der Kapitän der Oberliga-Mannschaft der TSG Pfeddersheim, schaut von der Bande aus dem Treiben auf dem kleinen Kunstrasen-Platz zu. Dort tummeln sich gerade beim Fußballspielen ein Mädchen und sechs Buben der E1-Junioren inklusive Coach Marcus Kerth, der als stellvertretender TSG-Vorsitzender – wann immer es seine Zeit nur zulässt – mit dem Nachwuchs kickt.

Der Jugendfußball beim Fußball-Oberligisten boomt. Wieder. Er lag auch schon arg am Boden. „Wir wollen als Jugendabteilung wieder wahrgenommen werden“, spricht Bernhard Bär jenen Satz aus, der seit einiger Zeit bei der TSG Pfeddersheim Fußball gerne und auch durchaus zutreffend Verwendung findet. Ja, vor fünf Jahren sei der TSG-Jugendfußball „klinisch tot gewesen“, wie Dirk Pirker bestätigt. Aber: „Wir sind wieder da.“ Heute kümmern sich bei der TSG wieder rund 20 Verantwortliche um mehr als 130 Kids in allen Altersklassen. „Jede Altersklasse ist vertreten“, betont Bernhard Bär als neuer Jugendleiter stolz. Und: „Ab der D-Jugend abwärts bis hinunter zu den Kleinsten sind wir sogar doppelt besetzt.“

Ob das auch an dem Konzept liegt, die erste Herrenmannschaft unter Chefcoach Norbert Hess fortan mehr in die Aufbauarbeit der Fußballjugend zu integrieren? „Aber sicher“, bekräftigt Bernhard Bär, „man muss doch nur schauen, wie intensiv unsere Oberliga-Kicker bei der Sache sind.“ Mario Cuc etwa hütet das Tor und spielt den Libero-Part in seinem „kleinen“ Quartett, während der leicht angeschlagene TSG-Kapitän Tobias Klotz von der Bande aus Kommandos an „sein“ Team gibt. „Heiß wie Frittenfett sind die Buben und Mädels“, weiß Bernhard Bär zu berichten. Schon lange vor der „Startzeit“, die im Winter Eltern und Kids der E1 zum Beispiel am Mittwoch ab 18 Uhr in die Pfeddersheimer Soccerhalle führt, sind alle da.

Spaßfaktor im Vordergrund

Felix Born etwa gibt einen riesigen Pokal, den sein Team jüngst beim Neujahrs-Hallenturnier in Eich gewann, erst einmal an Mama Anja zur Aufbewahrung. „Halt den mal“, sagt der kleine Bursche mit der Nummer „6“ auf dem Trikot. Felix hat jetzt nur noch Fußball im Sinn. „Den Felix kann ich hinten wie vorne einsetzen“, hält Bernhard Bär große Stücke auf den kleinen zehnjährigen Grundschüler der Paternusschule. Allerdings zählt unter den 15 jungen Kickern der E1 nicht so sehr der Leistungsgedanke. „Wir stellen den Spaßfaktor in den Vordergrund“, schwört Bernhard Bär. Und Dirk Pirker ergänzt: „Kein Kind wird bei uns nach Hause geschickt.“ Man kümmere sich dann eben etwas spezieller um nicht ganz so talentierte Kicker.

Apropos „um den Nachwuchs kümmern“. In diesem Jahr geht es richtig rund bei der TSG. Da wäre zunächst einmal das große Fußball-Hallenturnier am 8./9. Februar im Wormser BIZ für die Jüngsten von der G- bis zur D-Jugend. 40 Mannschaften nehmen teil. „Ein Riesending ist das“, weiß Dirk Pirker, „auf das wir uns aber trotz der vielen organisatorischen Arbeit um so eine Veranstaltung herum enorm freuen“. Doch damit nicht genug. Auch im Sommer, dann natürlich im Freien im Uwe-Becker-Stadion, steht vom 27. bis zum 29. August ein Leckerbissen auf der Agenda: Beim AC Mailand Jugendcamp nehmen sich lizenzierte Trainer um einen vom italienischen Traditionsverein gestellten Coach des Nachwuchses an.

Bestimmt gibt’s da einiges zu lernen, was auch sicher sehr hilfreich ist, denn die Trainercrew um Bernhard Bär hat noch einiges vor in den nächsten Jahren. „Es wäre ein Traum für mich, irgendwann einmal in der Zeitung zu lesen: A- und B-Junioren der TSG feiern auf dem neuen Kunstrasen-Platz den Aufstieg in die Fußball-Verbandsliga.“ Ein weiter Weg. Aber vielleicht kann ein eins, zwei Köpfe größerer Felix Born dann seiner Mutter Anja wieder einen Pokal zur zeitweisen Aufbewahrung übergeben.

Hier sind sie „heiß wie Frittenfett“ (Wormser Zeitung, 21.01.2014)