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Die TSG will gewappnet sein ...

von Carsten Schröder

PFEDDERSHEIM - Es gab Zeiten, da waren die über den Rasen hoppelnden Karnickel das größte Problem, das sie bei der TSG Pfeddersheim mit ihrem Uwe-Becker-Stadion hatten. Mittlerweile liegt dieses Thema freilich bei den Akten, ein Hasenzaun verwehrt den Langohren den Weg auf den Platz. Weil jetzt aber die TSGler selbst ungeahnt erfolgreich auf dem frischen Grün unterwegs sind und gar vom Aufstieg in die Regionalliga träumen dürfen, brüten sie in Pfeddersheim schon wieder über den Möglichkeiten, die das Sportgelände am Schießhaus bietet. Zum Ablauf der Bewerbungsfrist für die Zulassung zur Fußball-Regionalliga am Mittwoch war ein üppiger Fragebogen des Regionalverbands abzuarbeiten. Und als größter Knackpunkt erwies sich dabei eben die Spielstätte.

Die Vorgaben, mit denen sich Heinz Ueberschär bei der Durchsicht der Bewerbungsunterlagen konfrontiert sah, sind gerade im Hinblick auf das Stadion besonders heftig. Der TSG-Vorsitzende listet auf: Das Stadion soll Platz für 2 500 Zuschauer bieten, dabei 100 Sitzplätze aufweisen. Gefordert seien ein Stadionzaun, mehrere Eingänge, ein separater Gästeblock mit WC und Kiosk, natürlich Parkplätze. Machbar? „Naja, 2 500 Zuschauer hatten wir schon“, erinnert er sich an die erfolgreichen 90er Jahre, als die TSG in der noch drittklassigen Oberliga sogar mal als „Herbstmeister“ grüßte. Die Sache mit den Eingängen wäre kein Problem, „die Sitzplätz bekämen wir auch noch hin“.

Aber dann. Gästeblock, Stadionzaun, Parkplätze – Heinz Ueberschär muss hier erst mal ganz tief durchschnaufen. Der TSG-Vorsitzende hat zu diesen Punkten aber Rücksprache mit dem Verband gehalten, weiß, dass etwa in Zweibrücken oder Baunatal auch erst mal provisorische Bauzäune genehmigt wurden. „Wenn Nöttingen, Hoffenheim oder Freiburg kommt, würde das wahrscheinlich ausreichen“, vermutet er. Anders liege die Sache aber bei Spielen gegen den SV Waldhof, Saarbrücken, Kassel oder Trier. Wenn der Gast nämlich ein paar mehr als nur 20, 30 Zuschauer mitbringt, dann fordere die Polizei eine konsequente Trennung der Anhängerschar. Und spätestens an diesem Punkt wäre für die Pfeddersheimer mit den Möglichkeiten im eigenen Stadion das Ende der Fahnenstange doch erreicht.

Zusammengesessen hat Ueberschär deshalb auch schon mit den Stadtoberen. Ihm sei zwar jede mögliche Unterstützung zugesagt worden, erzählt er. Die Lösungsfindung werde aber natürlich zusätzlich erschwert, weil die EWR-Arena als einziges regionalligataugliches Stadion in Worms bekanntlich im Sommer mit einem neuen Rasen ausgestattet wird und bis in den Herbst hinein nicht nutzbar sein dürfte. Schon der hier beheimatete VfR Wormatia sucht deshalb ja eine Alternative. In Gesprächen mit der Stadt Ludwigshafen habe der Wormser Sportdezernent Uwe Franz schon mal anklingen lassen, dass sich (unter Umständen) mit der TSG ein zweiter Verein auf die Suche nach einer Spielstätte begeben müsse.

Mit wem auch immer Ueberschär den Kontakt sucht, er spricht von angenehmen Gesprächen: „Alle gehen positiv mit der Sache um.“ Vermutlich hängt es auch daran, dass ein TSG-Aufstieg weder sportlich bereits perfekt ist – noch ein unbedingter Zwang. „Wir haben alle mal laut nachgedacht.“

Nachgedacht haben sie in Pfeddersheim natürlich auch mal in Gesprächen mit Sponsoren, von deren Seite der eine oder andere Groschen mehr wohl zu erhalten wäre. Alle Planungen auf den Kopf stellen würde im Uwe-Becker-Stadion für den Fall des Aufstiegs aber niemand. „Wir könnten die Regionalliga nur zu Oberliga-Bedingungen bestreiten“, zementiert Ueberschär, der betont: „Wir würden nicht Regionalliga spielen, um ein Jahr später den Verein abmelden zu müssen.“ Selbst deutlich höhere Zuschauereinnahmen würden wohl nicht helfen, ahnt er. Schließlich stünden dem zusätzliche Ausgaben für Sicherheitsdienst, Ordnungspersonal gegenüber. Sogar eine tagsüber erreichbare Geschäftsstelle müsste eingerichtet werden.

Aber egal. Falls das Thema Aufstieg am Saisonende tatsächlich relevant werden sollte, wollen sie in Pfeddersheim zumindest alle Möglichkeiten abgeklopft haben. Und die Sache mit den Karnickeln haben sie ja auch hinbekommen.