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Sonntagsschuß am Samstag

TSG Pfeddersheim unterliegt Schott Mainz mit 0:1 / Eigene Chancen nicht genutzt

Pfeddersheim. Der Aufwärtstrend der TSG Pfeddersheim in der Fußball-Oberliga ist erst mal gestoppt. Im Heimspiel gegen den TSV Schott Mainz kassierten die TSGler am Samstag eine unglückliche 0:1 (0:0)-Niederlage. Der Rückstand auf Platz zwei ist wieder auf drei Zähler gewachsen.

So ist Fußball: Ein Sonntagsschuss von Can Cemil Özer, der sich unhaltbar als Bogenlampe über TSG-Keeper Thorsten Müller hinweg ins lange Ecke senkte, bescherte den Gästen drei schmeichelhafte Punkte. Offensiv waren die Landeshauptstädter bis dahin eigentlich gar nicht in Erscheinug getreten. Und die plötzliche Schusschance zwölf Minuten vor Schluss war dabei noch ein Gastgeschenk, das Pfeddersheims Außenverteidiger Robin Schittenhelm servierte. Einen langen Diagonallball ließ er über den Scheitel rutschen, was Özer erst den gewinnbringenden Abschluss ermöglichte.

Beim Abpfiff mochte es Norbert Hess kaum glauben: ,,Wir haben über 90 Minuten keine Chance zugelassen. Es hat aber jemand gefehlt, der das Tor macht. Wenn wir in Führung gehen, gewinnen wir das Spiel." Dabei hatte Hess selbst die Zeichen auf Sturm gestellt, da er mit Sebastian Kaster einen zweiten Stürmer aufbot. Erst mal auf die TSG-Bank mussten Sebastian Schulz und Enis Aztekin (für Jonas Frey). Speziell im ersten Abschnitt sah es auch ganz danach aus, als würde die offensivere Ausrichtung (Hess: ,,Ich wollte mutig sein") auch ins Ziel führen. Auf Flanke von Schittenhelm setzte Gotel einen Flugkopfball aber knapp am Tor vorbei (33.), von Frey und Gotel in Schussposition gebracht, wurde der Schuss von Tobias Bräuner aus kurzer Distanz gerade noch durch den Mainzer Pascal Hertlein geblockt (42.). Auch bei drei Standards hatten die Gäste so ihre Mühe, die Situation zu bereinigen, ein Kopfball von TSG-Abwehrchef Steffen Litzel ging an die Latte (14.

Die Gäste? Nach 28 Minuten führte eine Kombination immerhin mal bis an den Pfeddersheimer Strafraum, wo Özer allerdings etwas überhastet um zwei Meter verzog.

Nach der Pause traten die Gastgeber sogar noch eine Spu dominanter auf, kamen jetzt aber kaum noch zum Abschluss, weshalb alles auf ein torloses Remis. Einzig: Bei einem langen Ball von Christopher Ludwig hatte Kaster plötzlich freie Bahn, kam wegen des stark hoppelnden Balles aber nicht zum Abschluss (72.). Der Rückstand sechs Minuten später hätte allerdings noch nicht das Ende sein müssen, doch nacheinander scheiterten Tobias Klotz (86.), Sebastian Schulz (87.) und noch mal Kaster (90.+2) aus kurzer Distanz am starken Patrick Manthe im TSV-Tor.

So verdient der Ausgleich gewesen wäre, so wenig mochte übrigens Ali Kayhan Cakici eine Überlegenheit der TSG erkannt haben. Der Gästetrainer machte nachher auf Kabarett. ,,Wir haben das Spiel über 90 Minuten klar beherrscht, Pfeddersheim hat nur lange Bälle hinten raus geschlagen", beschrieb der TSV-Coach seine Sicht der Dinge: ,,So muss man als Spitzenmannschaft spielen, die wir sind. Die eine Chance muss man machen. Das ist cool." Zur Erinnerung: Litzel an die Latte, Gotel knapp vorbei, Frey geblockt, zwei Mal Kaster sowie Klotz und Schulz. Alles klar beherrscht? Auf keinen Fall.

TSG: Müller - Schittenhelm (81.Aztekin), Litzel, Tillschneider, Ludwig - Krist, Klotz, Bräuner, Frey (68. Schulz) - Kaster Gotel.

Autor: Carsten Schröder