TSG Pfeddersheim 1. Mannschaft

Stiller und Bräuner zur TSG Pfeddersheim

Bei der TSG Pfeddersheim verleben sie dieser Tage einen geruhsamen Saisonausklang. Seit einer Woche ist der Verbleib in der Fußball-Oberliga perfekt, selbst wenn das Rundenfinale am Samstag bei Meister FK Pirmasens in die Hose geht, wird unterm Strich ein einstelliger Tabellenplatz stehen. Da ist es an der Zeit, mal einen Blick auf die Pläne für die kommende Runde zu werfen. Und nachdem mit Steffen Litzel ein erster Zugang bereits bestätigt wurde, nennt Rolf Emrich jetzt zwei weitere: Aus dem Talenschuppen des 1. FC Kaiserslautern wechselt Tobias Bräuner zur TSG. Zudem kommt mit Philipp Stiller ein aus seiner Zeit bei Wormatia gut bekannter Verteidiger.

Bereits vergangene Woche war bekannt geworden, dass mit Steffen Litzel ein gestandener Oberliga-Recke von Arminia Ludwigshafen ins Uwe-Becker-Stadion wechseln wird. Gar einen Hauch an Erfahrung aus der zweiten Liga in Belgien, wo er für KAS Eupen spielte, bringt Philipp Stiller mit. Der Blondschopf, der am heutigen 20. Mai seinen 24. Geburtstag feiert, trug zuletzt das Trikot von Waldhof Mannheim. Nach einem Jahr als Stammspieler in der Regionalliga spielte er dort zuletzt aber nur noch in der zweiten Mannschaft. Ebenso über die Zuschauerrolle nicht hinaus kam der 20-jährige Tobias Bräuner im Regionalliga-Team des 1. FC Kaiserslautern. Von der Qualität der beiden Neuen ist Rolf Emrich aber dennoch überzeugt. Zusammen mit Marcel Edel, der nach auskuriertem Kreuzbandriss wieder einsteigt, soll das Trio den Verlust der Defensivachse mit Matthias Lang, Arijan Berisha, Mario Cuc und Jacob Siebecker ausgleichen. „Ich glaube, dass wir dadurch nicht schlechter aufgestellt sind“, sagt Rolf Emrich, der etwa mit Blick auf den in Frankenthal beheimateten Bräuner weiß: „Ihm war der Aufwand zu groß.“ Er sieht in dem 20-Jährigen ähnlich viel Talent wie etwa bei Mathias Tillschneider, der sich nach seiner Zeit in Horchheim mit den ständigen Fahrten nach Kaiserslautern auch nicht anfreunden konnte.

Selbst den Abgang von Marcel Veek sieht Emrich bereits als kompensiert an, hat sich doch in den vergangenen Wochen mit Kevin Gotel ein zweiter Langzeitverletzter zurückgemeldet. Und in Sachen Torwart, hier tritt Nicolai Rühm kürzer, sollen Enes Arslan (von SV Morlautern, zuvor Wormatia-Junioren) sowie der A-Jugendliche Pascal Noack hinter Stammkeeper Thorsten Müller mitmischen.

Den sich abzeichnenden Umbruch sieht Emrich als unausweichlich an. „Wir hatten in vergangenen Jahren manchmal ein Durchschnittsalter von 29 Jahren auf dem Platz“, erinnert sich Emrich und freut sich: „Das haben wir jetzt deutlich gedrückt.“ Insgesamt spricht der Sportliche Leiter von sehr angenehmen Verhandlungen – und meint damit ganz speziell auch die Gespräche mit den eigenen Spielern, die ihre Zusage fürs kommende Jahr gegeben haben. Oder sogar mehr: Gerade die jungen Spieler hätten sich gleich für zwei Jahre gebunden, erzählt Emrich, der erklärt: „Die Spieler fühlen sich hier wohl und sind davon überzeugt, dass sie sich hier noch weiterentwickeln können.“ Entsprechende Beispiele habe die auslaufende Saison ja bereits hervorgebracht, weshalb der Sportliche Leiter zuversichtlich nach vorne schaut: „Ich denke, dass wir nächstes Jahr einen einstelligen Platz als Ziel ausgeben können.“

Ein bisschen auf die Bremse tritt an diesem Punkt allerdings Norbert Hess. „Wir haben Qualität dazubekommen, wir haben aber auch Qualität verloren“, sagt der Trainer, der den Erfahrungsschatz, der verloren geht, nicht übersehen möchte. Seine Zielsetzung: „Wir müssen uns erst als Mannschaft finden.“ Erstes Ziel könne deshalb nur der Klassenerhalt sein.

 

Eine Planstelle, das knüpft Rolf Emrich noch an, sei im Kader übrigens noch offen. Gesucht werde noch ein hungriger Nachwuchsspieler für die Offensive aus der Region. „Wir haben einige Spieler im Training“, sagt Emrich, der angesichts der weit vorangeschrittenen Planungen aber keinen Zeitdruck sieht. Jetzt steht erst mal ein geruhsamer Saisonausklang an.

Oberliga: Stiller und Bräuner zur TSG Pfeddersheim (Wormser Zeitung, 20.05.2014)