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TSG Pfeddersheim startet bei Hassia Bingen in Oberliga-Saison

Die TSG Pfeddersheim hat einen harten Cut gemacht. Der Kader wurde zur jetzt beginnenden Oberliga-Saison nahezu runderneuert. Eine Frischzellenkur, die – wie so oft – Chancen aber auch Risiko birgt. Eine Reihe Routiniers ist von Bord gegangen, eine ordentliche Portion frisches Blut wurde an Land gezogen. Unterm Strich trifft am Samstag (17.30 Uhr) bei Hassia Bingen das viertjüngste Team der Liga auf das älteste.

Naivität soll abgestellt werden

Dass „jung“ auch ein Stück weit naiv bedeuten kann, bekamen die Pfeddersheimer erst vor einer Woche beim Eichbaum-Cup in Mechtersheim zu spüren. Der Ligakonkurrent riss gnadenlos abgezockt Lücken ins TSG-Gefüge. Ein Denkzettel zur richtigen Zeit? „Wir reden darüber, sprechen das offen an“, schildert Trainer Marc Heidenmann seine profanen Mittel dagegen: Einsatz und Fleiß. „Das lässt sich aber nicht von heute auf morgen abbestellen“, gibt er zu bedenken. Dennoch ist er überzeugt, dass sich das so bei der Hassia nicht wiederholen wird. Erstens: Weil sein Team jetzt noch eine Woche weiter ist in der Vorbereitung. Zeit, um sich besser aufeinander abzustimmen. Zweitens, weil die Tage auch dazu dienten, sich von anstrengenden Wochen zu erholen. „Wir sind jetzt frischer“, berichtet Heidenmann, der bereits am Sonntag im Spiel um Platz drei in Mechtersheim eine Reihe Stammkräfte geschont hat.

Stammkräfte, die aus dieser jungen Truppe hervorstechen. Und die für jene Reife und Erfahrung stehen, die die TSG gerade im Rückwärtsgang braucht. Heidenmann nennt Defensivkräfte wie Tobias Bräuner, Matthias Tillschneider, Christopher Ludwig oder Benjamin Himmel, aber auch Sebastian Kaster und Andreas Buch, die an vorderster Front verteidigen. „Wir wollen die gegnerische Hälfte erobern“, deutet Heidenmann an, wie sich Pfeddersheim unter seiner Regie präsentieren wird: Mit einem Team, das auf eigenen Ballbesitz aus ist, hoch verteidigt.

Denn „jung“ ist eben auch ein Synonym für andere Dinge: Frechheit, Unbekümmertheit, Mut. Attribute, mit denen Heidenmann den Offensivfußball beschreibt, den er künftig sehen will. Frech nach vorne soll es dementsprechend auch schon in Bingen. Denn der Aufsteiger hat zwar eine Menge alter Hasen in den Reihen, ist aber nicht unverwundbar, meint Heidenmann. Denn mit Blick auf die für die Hassia neue Liga, baut der Coach auch beim Gegner auf Unreife. Unreife der anderen Art. „Wir wollen verhindern, dass sie in der Liga ankommen“, schiebt Heidenmann die Kampfansage hinterher.

Jung gegen Alt: TSG Pfeddersheim startet bei Hassia Bingen in Oberliga-Saison (Wormser Zeitung, 27.07.2018)