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TSG Pfeddersheim erwartet Greuther Fürth

Dem neuen Bayern-Trainer Pep Guardiola bei seinem ersten Pflichtspiel die Hand schütteln, das wäre doch was. Norbert Hess lacht. „Ich kann nicht so gut Spanisch. Aber er soll ja schon Deutsch lernen“, sagt der Trainer der TSG Pfeddersheim, der nachschiebt: „Kloppo kenne ich ja schon.“ In seiner Zeit als „Co“ bei Wormatia Worms hatte es Hess im DFB-Pokal schon mal mit Mainz 05 und dem damals dort erfolgreichen Jürgen Klopp zu tun gehabt. Gerne hätte er den Kult-Trainer mit Ex-Meister und Champions League-Finalist Borussia Dortmund jetzt auch ein zweites Mal im DFB-Pokal begrüßt, Triple-Sieger Bayern München mit seinem neuen Star-Trainer wäre für den Südwestpokalsieger natürlich das Optimum gewesen. Geworden ist es aber Greuther Fürth. Und da sorgte schon die Frage nach dem Trainer überall für ratlose Gesichter.

In der ersten Hauptrunde des DFB-Vereinspokals trifft die TSG Pfeddersheim am ersten August-Wochenende also auf Bundesliga-Absteiger Spvgg. Greuther Fürth. Und die Paarung, die „Glücksfee“ Nia Künzer in der ARD-Sportschau gleich als erste ausloste, ließ die gespannte Erwartungshaltung im TSG-Vereinsheim schlagartig in Enttäuschung umschlagen. Keiner der knapp 50 Besucher mochte die Sache schön reden. „Es gibt wahrscheinlich 30 attraktivere Vereine, ein Zuschauermagnet wird es nicht werden“, gab etwa Heinz Ueberschär gleich zu Protokoll. Gut, es hätten auch VfR Aalen, FC Ingolstadt oder Erzgebirge Aue werden können, aber Hoffnungen auf eine stattliche Kulisse mochte sich der TSG-Vorsitzende auch so nicht hingeben. Dabei hätten den Pfeddersheimern ein paar Zusatzeinnahmen gut getan, um ehrgeizige Aufgaben wie die Sanierung des maroden Klubheims oder gar den Bau eines Kunstrasens angehen zu können. Doch auch Norbert Hess wusste sofort: „Es ist kein lukratives Los.“ Der Trainer schickte dennoch einen Appell an die Fußball-Fans der Region hinterher: „Ich hoffe, dass uns die Wormser ein bisschen unterstützen.“ Pflichtspiele gegen Profivereine in der EWR-Arena sind ja eher selten.

Apropos EWR-Arena. Das städtische Stadion ist natürlich ausgeguckt als Spielort. „Wormatia hatte sich schon vor dem Endspiel des Verbandspokals mal bei uns gemeldet“, erzählte Ueberschär von der damaligen Suche nach einem Endspielort, als der große Nachbar seine Heimspielstätte angeboten hatte. Und für die Stadt bekannte Jens Guth auch sogleich, damit dürfe es keine Probleme geben. Der Pfeddersheimer, für die SPD mittlerweile als Generalsekretär unterwegs, rief außerdem gleich in Erinnerung, dass er – gemeinsam mit vielen Wormsern – vor ein paar Jahren ja schon einmal bei einem Spiel gegen Greuther Fürth auf der Tribüne gesessen hatte. Damals hatten die meisten der knapp 5 000 Zuschauer lange auf einen Sieg der gastgebenden Wormatia gehofft, ehe der Fürther Sami Allagui mit seinem Tor des Tages das längst erwartete Elfmeterschießen verhinderte. Guth findet: „Da ist noch eine Rechnung offen.“

Zwei Spieler, die damals das Trikot von Wormatia Worms trugen, spielen heute bei der TSG. Und auch bei Matthias Lang und Torwart Thorsten Müller war die Erinnerung an die damals bittere Niederlage sofort da. „Wir hatten ein super Spiel gemacht und auch unsere Chancen gehabt“, erzählte Lang: „Eine ganz bittere Niederlage.“ Thorsten Müller hatte diese von der Bank aus erlebt. Er weiß: „Für die jüngeren Spieler wird das Spiel jetzt sicher auch so ein tolles Erlebnis. Wir ,Alten‘ hätten uns aber noch mal einen Gegner gewünscht, bei dem es kracht.“

An große Siegchancen mochten beide erst mal nicht denken. Der Unterschied zwischen der damals durch Trainer Sascha Koch ins Profitum beförderten Wormatia-Truppe sowie einer Amateur-Mannschaft wie der in Pfeddersheim ist eben groß. Aber gut, „wir waren gegen Dortmund schon mal in der Verlängerung, gegen Duiburg auch“, bemühte Heinz Ueberschär die Pokal-Historie der TSGler: „Warum sollte das nicht gegen Fürth klappen?“

Bleibt noch eine Frage zu klären: Trainer in Fürth ist Frank Kramer. Der 41-Jährige kam auf der Zielgerade der abgelaufenen Saison von 1899 Hoffenheim II, konnte den Abstieg aber nicht mehr verhindern.

DFB-Pokal: TSG Pfeddersheim erwartet Greuther Fürth (Wormser Zeitung, 17.06.2013)